Autor Thema: grafischer Installer und BSD  (Gelesen 2391 mal)

lazarus_42

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« am: 10. May 2010, 17:36 »
Hallo

Unter den BSD-Derivaten wie beispielsweise PC-BSD und DesktopBSD werden bei der Systemerstinstallation grafische Installer verwendet. 
Nun wollte ich mir die Beschaffenheit dieser Installer etwas genauer anschauen finde diese jedoch nicht.
Könnt ihr mir an dieser Stelle weiterhelfen?


Lg lazarus_42

kevin

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« Antwort #1 am: 10. May 2010, 20:38 »
Hm, was hoffst du denn interessantes darin zu finden? Aus OS-Sicht ist der Installer nur ein ganz normales dummes Programm.

Ansonsten, Google verweist mich auf http://trac.pcbsd.org/browser/pcbsd/trunk/SysInstaller?rev=6225
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lazarus_42

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« Antwort #2 am: 10. May 2010, 21:45 »
Ich habe mir nur die frage gestellt warum die großen BSD's wie FreeBSD, OpenBSD oder auch NetBSD keinen grafischen Installer verwenden und wie verkrampft an "sysinstall" festhalten, obwohl ein grafischer Installer bereits seit einer geraumen Zeit angekündigt wurde.

Nichts ist doch bisher geschehen. nun habe ich mir eben die kleineren Derivate angeschaut - und siehe da - es kommen grafische Installer zum Einsatz.

Daraufhin stellte sich mir die Frage: Wie und Wo wurde angesetzt um den grafischen Installer im System unterzubringen und gehen beide Derivate den gleichen Weg oder nicht. Der letzte Teil ist schnell beantwortet - Nein sie gehen nicht den gleichen Weg.

Nun werde ich mir noch ein wenig den Kopf darüber zerbrechen ob, wie, und wo man diese Installer eventuell verbessern kann.

Danke Dir taljeth für die schnelle Antwort.


Lg lazarus_42

Svenska

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« Antwort #3 am: 11. May 2010, 00:04 »
sysinstall ist nur einmal im Einsatz, läuft dort stabil, ist getestet und funktioniert vor allem. Nutzerfreundlich ist BSD ja sowieso nur begrenzt (so meine Erfahrung) und in den BSDs fehlt - verglichen mit Linux - die Manpower für komplette neue Entwicklungen. Die würde ich wahrscheinlich auch lieber woanders hinschieben als in das Installationsprogramm...

Außerdem ist z.B. die Terminalschnittstelle unter NetBSD nicht grafisch und auch nicht UTF8-fest. Wozu auch - aktuelle Hardware wird unter X11 eh viel besser unterstützt und vernünftig konfiguriert ist es nichtmal so ein großer Leistungsfresser (~10-20 MB RAM sollte man schon übrig haben). FreeBSD hat afaik eine Framebufferschnittstelle.

Es gibt wichtigeres als einen grafischen Installer. Außerdem hat ein Textmodus-Installer auch Vorteile: remote-install via serial, keine Probleme mit komischen Grafikkarten während der Installation, tauglich für Blinde(!), auf jeder Hardware verfügbar (embedded!).

Es gibt einfach wichtigeres.

Gruß,
Svenska

lazarus_42

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« Antwort #4 am: 11. May 2010, 01:00 »
Die Derivate PC-BSD und DesktopBSD verfolgen das Ziel den Einstieg in BSD so einfach wie möglich zu gestalten, was ihnen auch bedingt gelingt.

Hierfür ist jedoch ein grafischer Installer durchaus von Bedeutung, da sich eine Vielzahl an Usern, welche z.B. von Windowssystemen wechseln wollen sich eben mit sysinstall schwer tun.

Das die BSD's nicht immer einfach zu handhaben sind ist allerdings allgemein bekannt, jedoch fehlt es auch ein wenig an der Lobby, welche sich die Linuxderivate und die damit verbundene Usergemeinde im allgemeinen konsequent aufbauen konnte. 

Daher kann ich Dir nur zustimmen, wenn Du sagst, dass das wesentliche sicherlich kein grafischer Installer ist und es wichtigeres zu tun gibt.

Im übrigen empfinde ich persönlich das sysinstall nicht unbedingt ersetzt werden muss, nur wurde es eben von FreeBSD schon zu Version 6.2 im Jahr 2007 angekündigt. Jetzt 2010 in Version 8 wird nach wie vor sysinstall  verwendet, was deine angesprochene Funktionalität und Stabilität bzgl. des Installers nur unterstreicht. Das sich auch bei dem FreeBSD-Projekt "finstall" wie der grafische Installer liebevoll genannt wird, nicht viel tut erfährt man wenn man sich auf den Seiten des Projektes umschaut.

Dennoch vertrete ich die Meinung das gerade für Umsteiger ein grafischer Installer Vorteile mit sich bringt.


Lg  lazarus_42  

kevin

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« Antwort #5 am: 11. May 2010, 09:19 »
Ich glaube nicht, dass ein grafischer Installer einfach nur durch die Tatsache, dass er grafisch ist, besser ist (ich persönlich würde den Textinstaller wahrscheinlich vorziehen ;)). Was ich eher für entscheidend halte ist, ob der Installer viele schwer zu beantwortende Fragen stellt oder einfach mal macht.

Ein gutes Beispiel dafür dürfte Ubuntu sein, das lange auch nur einen textbasierten Installer hatte, der aber so gut wie nichts vom Benutzer wissen wollte. Und genau mit diesem Installer hat Ubuntu seine große Beliebtheit auch und gerade unter Linux-Neulingen erreicht.
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Svenska

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« Antwort #6 am: 11. May 2010, 10:39 »
Außerdem sind Windowsnutzer an sich nicht die Zielgruppe von BSD bzw. Linux.(Ubuntu und andere Distributionen/Derivate entkernen die Aussage aber stark und zu Recht.)

Ich steh außerdem eh mehr auf textbasierte Installer, und ob ich nun auf "weiter" oder Enter drücke, ist mir relativ egal.

Die Lobby gibt es, aber eben nur recht klein. Einerseits liegt es in der BSD-Lizenz begründet, d.h. wenn Hardwaretreiber nur unter GPL veröffentlicht werden, müssen sie für BSD neu geschrieben werden. Es fehlt der Hype und die Massen an Programmierern. Linux ist nur portabel, weil es extrem viele Entwickler gab, die es portiert haben. Außerdem ist Linux inzwischen klick-bunt-langsam-universell und zieht daher Leute auf sich.

Ein kleines, feines, stabiles System ohne Spiegelung und Reflektion an der polierten Oberfläche hat es da schwer. Leider.

Gruß,
Svenska

 

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